Theater 2019

Großes Theater um ein großes Erbe

Mit dem Lustspiel „Onkel Herrmann und die Plunderhosen“ sorgte das Theaterensemble der Kolpingfamilie Abenberg an fünf Abenden über die Weihnachts- und Neujahrstage wieder für einen vollen Aufführungssaal.

Ein ums andere Mal stark strapaziert wurde das Zwerchfell der zahlreich angereisten Zuschauer, das zeigten die vielen Lachsalven, der immer wieder aufbrandende Szenenapplaus, sowie der am Ende des Stücks anhaltende Beifall, mit dem sich das Publikum für den humorvollen Theaterabend und die vorzügliche Theaterkost bedankte. Der Dreiakter aus der Feder der Autorin Regina Rösch traf wieder einmal den Nerv des gut gelaunten Publikums.

Für viel Heiterkeit sorgte bereits die Handlung mit einem Theaterstück im Theater:

Erbonkel Herrmann (Andreas Windisch) ist tot! In die Trauer um den geliebten Verstorbenen mischt sich bei seinen beiden Neffen und Alleinerben Klaus-Dieter (Jürgen Biburger) und Benno (Ralf Strobel) schon bald die Vorfreude auf ein stattliches Erbe, denn Onkel Herrmann war reich und nicht verheiratet. Als die Dorftratsche Adelheid (Debüt: Lisa Reichenberger) erzählt, dass der Verstorbene seine große Liebe die Freiwillige Feuerwehr in seinem Testament bedacht hat, darf auch der Feuerwehrkommandant Eberhard (Alexander Jahn) mit seiner Gattin Ingeborg (Lisa Helbig) auf einen Geldsegen hoffen, hat er doch vorsorglich bereits eine neue Feuerwehrspritze geordert.

Als beim Suchen nach dem Testament auch noch die Geburtsurkunde von Horst (Klaus Huber) – Herrmanns unehelichem Sohn – auftaucht, werden die erzverfeindeten Ehefrauen der Neffen, Elfriede (Debüt: Franziska Pfefferlein) und Anneliese (Debüt: Karin Sokolovski), unruhig, schließlich wurde bereits ein nagelneuer schwarzer BMW gekauft. Auch Annelieses Tochter Andrea (Alicia Zwick) wird nervös, will sie doch mit dem sicher geglaubten Geld ihr Studium finanzieren.

Aber es kommt ganz anders. Mit seinem „letzten Auftritt“ fordert der Verstorbene in einer Videobotschaft die Aufführung seines eigens geschriebenen mittelalterlichen Dramas „Reinholdo von Abenberg“ und das führt nach viel Tumult und Spektakel zur wohl epischsten Darstellung dieses Dramas, die das deutsche Theater jemals gesehen hat.

Seit mittlerweile 15 Jahren leitet Josef Bayer das Theater der Kolpingfamilie, wählt das Stück aus, führt Regie, souffliert und sorgt Jahr für Jahr für eine immer sehenswerte Kulisse. Viel Zeit, Liebe und Herzblut investieren die Darsteller in der wochenlangen Vorbereitungsphase um die Aufführungen so perfekt wie möglich zu gestalten. Auch um den Nachwuchs muss einem nicht Bange werden, gleich drei „Neulinge“ konnten heuer in die Theatergruppe integriert werden und zeigten dabei ein grandioses Debüt.

Kolpingvorstand Alexander Voitl bedankte sich am Ende des Theaterabends auch bei den vielen Helfern hinter und um die Bühne, die notwendig sind, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Ganze Arbeit wurde wieder geleistet um die Turnhalle der Grund- und Mittelschule Abenberg in eine Theaterspielstätte zu verwandeln. Ein herzlicher Dank geht unter anderem an die Stadt Abenberg und die Grund- und Mittelschule Abenberg für die hervorragende Unterstützung und Zusammenarbeit, sowie den Hofladen Hofmann für die Übernahme des Kartenvorverkaufs.

Wie jedes Jahr fließt der Erlös der Theatervorführungen wieder gemeinnützigen und karitativen Zwecken zu.

Text: J. Miehling / Bild A. Voitl